Zum ersten Mal überhaupt fand die 70.3 Ironman World Championship auf europäischem Boden statt, genauer gesagt in der Region Zell am See/Kaprun. Insgesamt rund 3000 Triathletinnen und Triathleten aus über 60 Ländern weltweit pilgerten ins schöne Salzburger Land, um die Weltmeister über die Halbdistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) zu küren. Unter den etwa 100 Österreicherinnen und Österreichern, die sich in den letzten 12 Monaten für dieses Event qualifizieren konnten, stand auch ich auf der Starterliste. Die Weltmeisterschaft wurde somit als mein absoluter Saisonhöhepunkt definiert, dem ich daher auch im Training alles untergeordnet habe.

Um 12:05 fiel der Startschuss für die Damen der Altersgruppe 25-29. Leider musste wir in der letzten Welle starten, was das Schwimmen sehr schwierige machte. Viele Athleten der bereits vorher gestarteten Wellen musste ich relativ bald überschwimmen und fand so nur schwer in meinen Rhythmus. Nichts desto trotz konnte ich den kristallklaren Zeller See nach etwa 30 Minuten wieder verlassen. Auf dem Rad ging vom Anfang an die Post ab. Speziell am 14 Kilometer langen Anstieg hinauf zum Dientner Sattel fühlte ich mich sehr gut und machte Position um Position gut. Mein Focus von Radsport Lietz fuhr quasi fast wie von selbst den Berg hinauf. Beim Schwimmen noch auf Rang 31 gelegen konnte ich am Rad sehr viele Plätze gutmachen und erreichte nach 2 h 39 min auf Position neun liegend die 2. Wechselzone. Der abschließende Halbmarathon gestaltete sich aufgrund der hohen Temperaturen von über 30 °C schwierig. Auch ich als gute Läuferin musste hier voll und ganz an meine Grenzen gehen. Ich konnte jedoch auf den abschließenden 21 Laufkilometern von Anfang an ein gutes Tempo gehen und Läuferin um Läuferin überholen. Gegen Ende machten es muskuläre Probleme nocheinmal schwerer ein gutes Tempo ins Ziel zu laufen. Mit einer Zeit von rund 1 h 30 min kämpfte ich mich ins Ziel, wo ich schlussendlich über den 3. Platz in meiner Altersklasse und meine erste Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften jubeln konnte. Die Freude über die WM-Medaille ist jedenfalls riesengroß. Dass am Ende gerade einmal 16 Sekunden auf Platz 2 gefehlt haben, spielte an diesem Tag keine Rolle. Ich habe alles gegeben und hätte mir nie gedacht, dass ich am Abend bei der großen Siegerehrung dabei sein werde und bin überglücklich.

Danke an alle, die mich angefeuert und vor Ort unterstütz haben, die Stimmung bei diesem einmaligen Event war auf der gesamten Wettkampfstrecke einfach unglaublich.

Ein besonderer Dank gilt hier einmal mehr meinen Eltern und meinem Freund Markus, die mich optimal unterstützt und schlussendlich ins Ziel „getrieben“ haben.

Nun folgen noch ein paar regionale Volkläufe, bevor es in die wohlverdiente Saisonpause geht.