Der 2. Saisonhöhepunkt des diesjährigen Sportjahres sollte der Powerman Duathlon in Weyer werden. Als Hollensteinerin ist der Bewerb im Nachbarort doch etwas ganz besonders für mich, wenn dann auch noch die Österreichischen Meisterschaften ausgetragen werden, kann man die Spannung im Vorfeld schon spüren.

 

Als amtierende Staatsmeisterin 2015 stand ich um 12:10 sehr nervös aber topfit an der Startlinie am Marktplatz in Weyer. Von Beginn weg legten Sandrina Illes, die als starke Läuferin bekannte Wienerin und Julia Viellehner, die Favoritin auf den Gesamtsieg aus Deutschland ein ordentliches Tempo vor. Meine Beine fühlten sich gut an, aber bei Kilometer 5 musste ich bereits ein wenig von meinen Konkurrentinnen abreißen lassen. „Das wars“,  dachte ich mir, als ich schon einige Meter hinter Sandrina und Julia vom Bahnhof Weyer Richtung Marktplatz unterwegs war. In der 2. Runde konnte sich Sandrina jedoch nicht weiter absetzen und Julia fiel einiges zurück, sodass wir dann gemeinsam die letzten Kilometer des ersten Laufsplits absolvieren konnte. Mit ca. 30 Sekunden Rückstand erreichten wir die Wechselzone.

 

Nach einem eher langsamen Wechsel ging es los auf die Radstrecke. Mit der Annahme, dass meine Konkurrentin aus Deutschland nun auf und davon sein wird, lag ich allerdings falsch. Bereits nach wenigen Kilometern konnte ich sie überholen, was mich trotz brennender Beine am ersten Anstieg sehr motivierte. Am Ende des ersten Anstieges auf die Breitenau konnte ich auf Sandrina aufschließen und auch an ihr vorbeigehen. So, nun war ich vor, erste Dame beim Powerman. „Cool!“, dachte ich mir. Doch das gute Gefühl sollte nicht lange andauern, denn am Ende der ersten Runde wurde ich wieder von Sandrina überholt. Wachgerüttelt trat in nun deutlich fester in die Pedale und konnte mich nach wenigen Metern wieder an die Spitze setzen. Vollgas ging es nun zum 2. Mal den Berg hinauf, wo ich mich wieder ein wenig absetzen konnte. Nun baute ich meinen Vorsprung von Runde zu Runde aus und erreichte nach 4 Radrunden, 1 h 39  und mit 2 Minuten Vorsprung wieder die Wechselzone.

 

Schnell war der 2. Wechsel auch nicht. Aber wie von einer Hummel gestochen lief ich los, denn eigentlich hatte ich mir einen größeren Vorsprung nach dem Radfahren erhofft. „Sandrina war wohl in top Form“, dachte ich mir, „wenn die jetzt auch noch einmal schnell laufen kann….?“

 

Ich versuchte, die Gedanken an die Verfolger auszublenden und mich auf meinen zweiten Laufsplit zu konzentrieren. Nach wenigen Kilometern hatte ich einen guten Rhythmus gefunden. Die tropischen Temperaturen machten die Beine jedoch von Kilometer zu Kilometer schwerer. Nach einer von zwei Laufrunden bekam ich von meinem Papa die Information, dass ich meinen Vorsprung sogar auf noch 20 Sekunden ausgebaut habe. Wieder ein Motivationsschub! „Sandrina kommt also nicht näher“, dachte ich, „das könnte ich also wirklich ausgehen mit dem Sieg.“

Als ich das letzte Mal die beim Bahnhof in Weyer vorbei lief, fing ich schön langsam an zu begreifen, dass ich nun wirklich den Powerman gewinnen würde –  als ERSTE Österreicherin!

 

Und genauso war es dann – nach 2 Stunden und 50 Minuten überquerte ich als Siegerin des 20. Powerman Austria und als Österreichische Staatsmeisterin über die Duathlon Langdistanz überglücklich die Ziellinie.