Da auch die Staatsmeisterschaften im Halbmarathon heuer wieder in der schönen Mozartstadt Salzburg ausgetragen wurde, ging es für mich in diesem Jahr ein zweites Mal in die Hauptstadt, um um Edelmetall zu kämpfen.

 

Bereits am Bahnhof war es ein sehr gutes Gefühl, wieder in Salzburg zu sein. Nach dem Check-In im gleichen Hotel wie beim Marathon genoss ich das tolle Wetter bei einem kurzen Lauf entlang der Salzach. Diese unglaubliche Mischung von Stadt, Berge und Wasser ist in Salzburg durchaus etwas Besonderes und nach den ersten Schulwochen des neuen Jahres Balsam für die Seele.

 

Gut ausgeschlafen ging es am Sonntag um 09:30 Uhr los auf die erste von drei Runden durch Salzburgs Zentrum. Geprägt von vielen Richtungswechsel und einigen kleineren Anstiegen, war es leider keine schnelle Strecke, aber auf jeden Fall einer Staatsmeisterschaft würdig.

 

Von Beginn an machten Cornelia Moser und ich das Tempo im Frauenfeld. „Was ist mit Anita Baierl los?“, dachte ich mir, als nach 3 Kilometer immer noch nicht hinter uns auftauchte. Cornelia und ich fanden ein gutes Tempo und wechselten uns in der ersten Runde auch gut mit der Führungsarbeit ab. Am Beginn der zweite Runde war es allerdings so weit, Anita und Sandrina schlossen auf uns auf und reihten sich hinter Cornelia und mir ein. „Nicht die ganze Tempoarbeit machen!“ hörte ich Papa und Markus vom Streckenrand rufen. „Verdammt, sie hatten recht, ich laufen ständig vorne!“, „es sollen auch einmal die anderen etwas tun, immerhin wurde meinen 3 Konkurrentinnen mehr zugetraut als mir“, ging es mir durch den Kopf. Also nahm ich Tempo heraus und reihte mich hinter Anita ein. Das Tempo wurde immer langsamer und ähnelte kurz darauf dem eines gemütlichen „Sonntagsjoggerl“. Keiner meiner Konkurrentinnen kam es in den Sinn, das Tempo wieder zu verschärfen. „Wenn wir so weitermachen schließen die hinteren Läuferinnen auch noch auf uns auf, und außerdem will ich einen g’scheiten Halbmarathon als Training für den Marathon laufen,“ schwirrte es mir durch den Kopf. Ein paar Mal ging es so hin und her. In der letzten Runde zog ich dann mit sehr viel Wut im Bauch das Tempo an. Mir war egal, wie sehr die anderen davon profitierten, ich wollte mein Tempo laufen und eine gute Meisterschaft finishen. Anita fiel zurück bzw. hörte auf, wie sich später herausstellte und auch Cornelia konnte das Tempo nicht mehr ganz halten. Einzig Sandrina konnte noch mit mir mitlaufen. Das Tempo war gut und meine Beine fühlten sich 5 km vor dem Ziel super an. „Wer weiß, steht sie es durch“, dachte ich mir. 2 km vor dem Ziel war allerdings Schluss mit lustig. Wie wenn jemand einen Schalter umlegte machte mein Brustkorb zu und ich bekam nur mehr wenig Luft. Ich versuchte die Stiche zu ignorieren und dranzubleiben. Es gelang mir nicht. Schlussendlich rettete ich mit wenigen Sekunden Vorsprung den 2. Platz ins Ziel.

 

Zufrieden mit der Zeit, aber dann doch etwas enttäuscht, ließ ich beim Warten auf die Dopingkontrolle alles noch einmal Revue passieren. Die Tempowechsel und die viele Führungsarbeit haben mehr Kraft gekostet als gedacht. Eine gute Leistung war es aber allemal und nachdem ich meine Nettozeit von 1:17,34 gesehen habe, konnte ich mich doch noch darüber freuen. Der Marathon kann also kommen! J

 

Gratulation an Sandrina, die eben auch einen Halbmarathon wie ein Bahnrennen läuft und an Cornelia, die mit ihren 22 Jahren schon saustark unterwegs ist. Alles Gute an Anita, die hoffentlich bald wieder fit ist und ihre Top-Leistungen abrufen kann.