Endlich war er da, der Freitag, an dem die Anreise zum Marathon nach Frankfurt geplant war. Der Koffer waren gepackt, der Zug fuhr pünktlich am Bahnsteig ein, nur eines fehlte und das war meine Gesundheit. Seit 2 Wochen plagten mit Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit und zeitweise Durchfall. Der Geist war auf Marathon eingestellt, aber der Körper verlangte Ruhe und Zeit, gesund zu werden. „Positiv denken“, redete ich mir während der 6 Stunden langen Zugfahrt immer wieder ein, „vielleicht geht es sich ja genau pünktlich bis Sonntag aus und ich stehe um 10:00 Uhr fit an der Startlinie!“ „Sieh es positiv, jetzt kannst du nur noch gewinnen“, meinte mein Vater.

Am Samstag nach einem kleinen Frühstück (der Hunger lies leider immer noch auf sich warten), erkundeten wir den Start-Zielbereich des Marathons. Eine tolle Messe und alles bis ins kleinste Detail durchorganisiert, genauso stellte ich mir eine Veranstaltung in Deutschland vor. Bei einem anschließenden kurzen Aktivierungslauf schlich meine positive Einstellung aber allmählich langsam dahin. Die Magenschmerzen meldeten sich zurück und an ein paar flottere Schritte war nicht zu denken. Nach 45 Minuten, war ich froh, wieder im Hotelzimmer angekommen zu sein. „Das bringt nichts“, dachte ich mir, als ich mir das heiße Wasser auf die Schultern prasseln lies. Null Energie, kein Hunger und dann auch noch Magenprobleme schon vor dem Wettkampf, das sind keine guten Voraussetzungen für einen Marathon. Am späten Nachmittag entschied ich mich dann endgültig, schweren Herzens gegen den Marathon. Ich war traurig, aber irgendwie auch erleichtert, da der Druck, etwas leisten zu müssen, was eigentlich momentan nicht geht, endlich abfiel. Da ich auch am Sonntag noch lange nicht richtig fit war, fiel mir das Zuschauen nicht so schwer wie gedacht. Anschließend folgten noch 1-2 schöne Tage in der Stadt Frankfurt.

Den Startplatz konnte ich mittels ärztlichen Attests auf 2017 verschieben, was soviel heißt wie ICH KOMME WIEDER J