Meine ersten sportlichen Erfahrungen habe ich, wie die meisten von Euch, in der Schule gemacht. Ich hatte Angst vor dem Ball, konnte nicht turnen und war auch nicht besonders beweglich – an dieser Stelle beende ich die Aufzählung jener Dinge, die ich im Sportunterricht nicht konnte. Mit einem „Gut“ im Zeugnis war für mich somit klar: ich bin nicht sportlich, ich kann es einfach nicht.
Als Kind vermied ich somit jede Art der Bewegung, bei der man ins Schwitzen kommen könnte. Eine Ausnahme gab es aber doch: Wenn es um die Besteigung der unterschiedlichsten Berggipfel ging, wurde ich plötzlich ehrgeizig. Das habe ich mit Sicherheit meinen Eltern zu verdanken.

Erst in meiner Jugendzeit begann ich, etwas mehr Sport zu betreiben. Ziel damals war es aber nicht, große Erfolge zu feiern, sondern einzig und allein nicht zuzunehmen. So joggte ich von Zeit zu Zeit mit meinen Eltern durch das schöne Ybbstal und fand dann irgendwann doch noch Gefallen an dieser Art der Bewegung. Am Ende meiner Hauptschulzeit im Jahr 2002 hatte eine Freundin (danke Kerstin ) die glorreiche Idee, bei einer Laufveranstaltung, dem „Lauf rund um den Lunzer See“, mitzumachen. Meine Freude hielt sich in Grenzen, als sie mir von ihrem Vorhaben erzählte. Da ich sie jedoch nicht enttäuschen wollte, meldete ich mich auch an und stand somit Ende August wenig vorbereitet in Lunz am See an der Startlinie des damaligen Schülerbewerbs. Der Startschuss fiel und ich spulte die vorgegebenen 2,5 km herunter. Im Ziel angekommen war ich natürlich fix und fertig und beschloss, sowas nie wieder zu machen. Als Zweitplatzierte in meiner Altersklasse (U16) durfte ich zur Freude aller Beteiligten auch bei der Siegerehrung am Treppchen stehen und naja so wie das mit dem „nie wieder“ eben so ist, plante ich dann schon die nächsten Einsätze. Einige weitere Volksläufe folgten, die ich alle mehr oder weniger erfolgreich hinter mich brachte.

2003 knüpfte ich dann die ersten Freundschaften im Laufsport – das waren dann genau jene Tussis vom Verein, wie ich sie damals nannte, wo ich niemals dazugehören wollte. Als sich die so genannten Tussis dann doch als „ganz nett“ herausstellten, besuchte ich eines Tages zum ersten Mal das Mittwochtraining im Alpenstadion der Sportunion Waidhofen/Ybbs. Nie hätte ich zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass die „Vereinstussis“ aus Waidhofen einmal meine besten Freundinnen werden würden und noch weniger hätte ich gedacht, dass ich bald selber so eine „Vereinstussi“ werde. Aber genau so kam es.

Ich trat im Jahr 2003 dem Verein Sportunion Waidhofen/Ybbs bei. Von nun an stand ich perfekt gekleidet in der damals roten Waidhofner Laufdress bei den Bewerben am Start.

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Meine Eltern ermöglichten es mir, regelmäßig am Training in Waidhofen/Ybbs teilzunehmen und begleiteten mich zu den vielen Wettkämpfen, wofür ich ihnen sehr sehr dankbar bin. Denn ohne ihnen wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin. Das Training wurde dort unter der Leitung von Leo Schauppenlehner professioneller, zielgerichteter und vor allem geselliger. Ich dufte in einer tollen Trainingsgruppe trainieren, von der ich sportlich sehr viel lernen konnte. Nicht nur im Training waren wir ein unschlagbares Team, wie die zahlreichen Erfolge auf Landes- und Bundesebene immer wieder bewiesen haben. Auch abseits vom Training entstanden tolle Freundschaften, die zum Teil bis heute anhalten.
Nach einigen Jahren Lauftraining unter den Fittichen von Leo Schauppenlehner und Tomi Pechhacker kamen dann die Sportler der Sektion Leichtathletik auf die Idee, zusätzlich noch Schwimmen und Radfahren zu trainieren, denn immer nur Laufen ist ja anscheinend zu wenig ;).

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Auch mich packte 2008 das Rennradfieber und schon bald entdeckte ich den Duathlon für mich. Meinen ersten Duathlon bestritt ich beim Powerman in Weyer, der damals schon für seine tolle Organisation und Stimmung am Streckenrand bekannt war. Aber Schwimmen? Nein! Das kann ich nicht! Schon gar nicht Kraul, komplett hoffnungslos! Das dachte ich mir lange Zeit, bis ich mich schlussendlich doch zu einem Schwimmkurs beim Amstettner Triathlon-Urgestein Willi Wagner hinreißen lies. Na gut, dass ich kein Fisch werde, wusste ich damals sofort. Aller Anfang ist schwer oder wie man so schön sagt, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich – beinharte Trainiererin – auch im Schwimmsport dranbleiben werde.

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Nach einigen Jahren Training in Eigenregie folgte 2011 der Wechsel zu Bernhard Keller, wo ich vor allem beim Schwimmen und Radfahren sehr viel dazulernen konnte. Auch als Trainerin versuchte ich mich zu dieser Zeit bei den RATS Amstetten – was für mich eine der tollsten Erfahrungen überhaupt war. Es macht mir persönlich sehr viel Spaß, meine Triathlon-Leidenschaft an Kinder weiterzugeben und zu sehen, mit welch großer Begeisterung sich die Kleinen in den Wettkampf stürzen. Noch heute freue ich mich mit den mittlerweile RATS Teenies über jeden einzelnen ihrer tollen Erfolge.

2013 entschied ich mich, nach einem langen Hin und Her, wieder etwas frischen Wind in mein Training zu bringen. Glücklicherweise konnte ich Heinz Planitzer dafür begeistern, mich beim Erreichen meiner zukünftigen Ziele zu unterstützen. Die Ergebnisse zeigen, dass auch diese Entscheidung richtig war.

Seit einem Jahr hat mich nun auch das Berufsleben voll im Griff, was das gezielte und konsequente Training nicht einfacher macht, aber definitiv eine neue Herausforderung neben dem Sport darstellt.